Samoa – in einer Woche durch das ganze Land Tag 1/2

Samoa – ein Land voller Sonnenschein, versteckten Stränden, freundlichen Menschen und einer ursprünglich gebliebenen Kultur. So könnte der Reiseführer das Land einleiten, wenn es wohl einen gebe. Tatsächlich sind die Informationen, welche man über Samoa findet sehr begrenzt und so haben wir uns einfach spontan ins Abenteuer gestürzt.

Tag1: Schnaufend mit unserem Handgepäck beladen standen wir dann in der Halle des Flughafens in Samoa und suchten unseren Shuttle. Sollte grün sein, gab allerdings keinen Grünen. Wir stiegen dann kurzerhand in das erste Auto ein, dass uns entgegen kam und kein Taxi war. Der sehr fröhliche Samoaner Tau ( der uns zu der Zeit noch mochte) fing an ununterbrochen zu quatschen und uns mit möglichst vielen Informationen vollzustopfen („Yes we all loooove Sex, everybody loves  it!“). Jedigliche Fragen wurden mit derselben Phrase beantwortet („The forcast doesn´t seem to be…“ – „No woooorries“; „We are not old enough to rent a car..“ – „No wooooories“). Für die durchorganisierten Deutschen war das natürlich erstmal ein Kulturschock. Tau war nämlich nicht der einzige mit der lockeren Lebenseinstellung, wir trafen auf unserer Reise noch häufiger Samoaner die sprichwörtlich nichts juckte.

Endlich in Apia angekommen wurden wir zu einem Restaurant geschleppt, in welchem Tau vermutlich Rabatte bekommt für jeden Tourist den er durch eine dialektische Erörterung überzeugt das Essen zu probieren („the food is good, really good, really really good!“). Schlecht war das Essen nicht, aber bei dem Fleisch äußerte Johanna den Gedanken ob sie nicht das ganze Schwein einfach in den Topf geschmissen hatten- wir fanden wirklich sehr besorgniserregende Stücke (die hoffentlich zumindestens Fleisch waren).

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Anschließend fuhr uns Tau zu einem Freund, der ganz zufällig auch Autos vermietet. Das dieser ein bisschen seltsam aussah und das es nur darum ging so schnell wie möglich alles zu unterschrieben, haben wir jedoch überwältigt durch die Hitze und dem seltsamen Essen in unserem Magen, vergessen. In einen Anflug von Schlauheit, hab ich mich natürlich als Fahrer angemeldet und nicht Johanna, die ungefähr schon 3 Jahre länger als ich fährt. Aber sollte ja eigentlich kein Problem sein. Dachte ich zumindestens, denn eine halbe Stunde später hab ich schon eine  Unfall gebaut. Ich wünschte es wäre anders, aber es ist tatsächlich beim Ausparken passiert. Super Klischeehaft also. Der andere Autofahrer hat erstmal krititsch die Beule an seinem Auto betrachtet uns ging derweilen wohl dasselbe durch den Kopf – wird er uns anschreien? Wieviel müssen wir zahlen? Ruft er die Polizei? Das war natürlich weit an der Samoanischen Einstellung vorbei geschätzt. Stattdessen bekamen wir ein „No wooories, where are you from?“ zu hören und konnten weiterfahren. Unser weißes Auto hatte jedoch nicht zu übersehende große schwarze Kratzer an der Rückseite. Gut sollte ja kein Problem sein, wir haben ja eine Versicherung- dachten wir zumindestens. Ein Blick in die Papiere veriet, dass eine Versicherung nicht vorhanden war und wir für jeden (nicht mal von uns verursachten) Schaden aufkommen mussten.

Der Schock wurde dann erstmal durch das freudige Finden einer Kokusnuss gelindert. Leider ist das Öffnen in der Praxis ein bisschen schwieriger, als die Youtube- Tutorials. Selbst mit der Stoßstange des Autos blieben unsere Versuche erfolglos. Aus Angst die Stoßstange auch noch kaputt zu machen wurde der Gedanke dann schnell aufgegeben.

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Musste also nur noch unsere Unterkunft gefunden werden. Klingt ja eigentlich nicht so schwierig, hat dann aber doch eine Stunde gedauert. Die heutige Generation ist dann wohl doch ohne Internet und Google Maps aufgeschmissen. Zu unserer Verteidigung lässt sich aber sagen, dass die sehr altertümlichen Infrastruktur von Apia nicht wirklich hilfreich war (Straßennamen werden hier nämlich einfach weggelassen, braucht man ja auch nicht, weiß ja jeder wo er hinwill). Die ungefähr 10. Person die wir um Hilfe gebeten haben konnte uns zumindetens die Richtung weisen. An unserem Hostel sind wir dann aber doch 5 Mal vorbeigefahren, dass es mit einen großem  Schild ausgeschildert wird auf dem der Name steht den man auch im Internet findet, wäre ja auch zuviel verlangt. Ein einfaches kleines, durch einen Busch verhangenes Schild mit „B&B“ ist ja volkommen aureichend.

Tag2: Voller neuen Energie ging es am nächsten Tag erst einmal zur Besichtigung verschiedener Märkte. Hierbei wurde immer mehr deutlich, dass Samoa echt nicht ein touristisch geprägtes Land war. Wir wurden ständig angelacht, angesprochen und alle paar Meter hörten wir ein „Hey Baby“.

Auf dem Flea- Markt, der hauptsächlich aus Gemüse- und Obstständen (aber auch allem möglichen Kleinkram) besteht, bekamen wir endlich unsere  langersehnte Kokosnuss. Klar, dass dann auch das provisorische Foto geschossen wird.

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Außerdem entdeckten wir eine bis jetzt unbekannte und sehr beliebte Frucht, Taro. Was ein bisschen wie ein Stein aussieht und wie eine Mischung aus Papier und Kartoffel schmeckt, ist ein Grundnahrungsmittel in Samoa.

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Nach dem Markt ging es dann ab zum Handyanbieter. Nein, wir wurden nicht durch unsere Internetsucht getrieben, es ging vielmehr darum Zuhause Bescheid zu geben, dass wir noch nicht von einem bösen Samoaner gefressen wurden. Tipp: Digicel bietet für umgerechnet 3 Euro eine Simkarte + 600mb für 5 Tage an.

Unser nächstes Ziel waren die Papasea-Sliding Rocks, welche sich mit Google Maps dann doch erstaunlich schnell finden ließen. Am Eingang wurden wir von einer fröhlichen Samoanerin empfangen, die meinte das nicht genügend Wasser vorhanden wäre um tatsächlich die Felsen runterzurutschen. Davon ließen wir uns jedoch nicht aufhalten und stürzten uns todesmutig irgendeinen Felsen hinunter, mit der Hoffnung auch tatsächlich im Wasser zu landen. Ich muss sagen, dass die Rocks zu einer meiner Lieblings Altivitäten in Samoa zählen. Die Mischung aus Abkühlung und Adrenalin war echt super.

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Danach fuhren wir endlich aus der lärmenden Hauptstadt Apia raus in Richtung des Lalomanu Beaches. Es nahm nicht nur der Lärm ab, sondern auch die wohlbekannten Formen richtiger Städte. Wir kamen größtenteils an Dörfern vorbei, die nur aus wenigen nebeinander gereihten Häusern bestanden. Und diese Häuser waren meistens nur überdacht, auf Wände wurde  verzichtet. Es sah alles sehr improvisiert, aber auch mit Liebe gemacht aus. Besonders stolz sind die Samoaner auf ihre Kirchen, welche auch fast in jedem Dorf enthalten sind. Hierbei sind die Kirchen auch tatsächlich die einzigen Gebäude die von ihrer Struktur ansatzweise einem Gebäude in Deutschland auch nur ähneln.

Was uns außerdem überraschte waren die vielen freilaufenden Tiere. Wir kamen an Hühnern, Pferden und Schweinen vorbei. Was im Laufe unserer Woche zur Normalität wurde, ließ uns beim ersten Mal eine Vollbremsung machen um auch ja ein Foto von dem freilaufenden Schwein zu bekommen. Dabei wurden wir jedoch mit sehr seltsamen Blicken betrachtet – immer diese Touris, haben wohl noch nie ein Schwein gesehen.

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Für den Nicht Fahrer wurde es zur Gewohnheit, vorbei laufenden Samoaner zuzuwinken, die über unser Erscheinen immer sehr begeistert waren. Als ich mir ein Wasser kaufen wollte und lediglich die Tochter mich gesehen hat, ist diese schreiend in das Hinterzimmer gerannt und hat probiert ihrer Mutter durch ein aufgeregtes Quitschen mitzuteilen, dass sich eine weiße Frau im Laden befindet.

Als wir schließlich beim Lalomanu Beach angekommen sind, wurden wir von einem strahlend weißem Strand, Palmen und einem türkis glitzernden Meer begrüßt. Nach dem Essen und der selbst improvisierten Feuerschau des Personals, ging es dann in die 2 Minuten entfernte „Disco“. Diese war eine Fale, welche mit ein paar umwickelten Bändern vom Strand abgegerenzt wurde und mit einer Musikbox, auf welcher die neusten Charts liefen,  aufgemotzt wurde. Durch das viele Bier hatten wir jedoch trotzdem eine gute Nacht.

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White Island -Der Besuch auf einem aktiven Vulkan

Als notorischer Geizhals war ich mir zunächst sehr unsicher ob sich die Tour nach White Island wirklich lohnt. Spätestens der Gedanke andererseits wieder ein Wochenende mit Nichts tuen zu verbringen hat mich dann aber doch überzeugt (gleich nach der Tatsache natürlich, dass man nicht überall die Chance hat einen aktiven Vulkan zu besichtigen).

Wir sind einen Tag früher angereist und haben die Nacht in einem sehr spartanischen Hostel verbracht. Die preventiven Ohrstöpsel wurden angezogen und ich muss sagen, dass ich besser als manch eine Nacht mit schreienden Kinder geschlafen habe. Die anderen waren am nächsten morgen aber nicht ganz so überzeugt. Draußen soll von seltsamen Geräuschen, einem Bass und Marihuana Gestank alles dabei gewesen sein. Nächstes Mal werde ich die Ohrstöpsel wohl weglassen – man will ja mitreden können. Die Müdigkeit wurde jedoch schnell von dem Sonnenschein behoben. Keine einzige Wolke war am Himmel zu sehen und es war morgens schon angenehm warm.

Nach einer kurzen Autofahrt waren wir bereit ins Boot einzusteigen, welches uns in einer zweistündigen Fahrt zu der Insel bringen sollte. Der sehr klischeehafte Matrose mit dem gestreiften T-Shirt begrüßte uns fröhlich und dann ging es auch schon los. Am Anfang war ich noch sehr motiviert möglichst alle 5 Minuten das gleiche Bild vom Festland zu machen, was aber schnell durch das immer mehr wackelnde Boot vereitelt  wurde. Da mir meine Reiseübelkeit bei allen minimal wackelnden Verkehrsmitteln schon bekannt war, hatte ich in einem Anflug von Schlauheit meine Reisetablette eingenommen. Die beschloß allerdings kurzfristig den Geist aufzugeben. So kam es, dass ich halb aphatisch in der Kabine rumlag und von dem netten Matrosen Craig kalte Waschlappen in den Nacken getropft bekam (ob das wirklich geholfen hat kann ich immer noch nicht sagen).

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Als ich dann endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, kam die Vorfreude schnell. Mit gelben Helmen und Gasmasken ausgestattet hätten wir auch aus der Serie Breaking Bad entsprungen sein können. Als Tipp, ein gelber Anzug macht sich mit der Gasmaske auf den Bildern sicherlich gut und ringt dem gutgelaunten Craig dann sicher auch ein Stirnrunzeln ab.                                                                                                                   Nachdem die bekannten Sicherheitserklärungen abgeschlossen waren („kommt vom Weg ab und ihr sterbt“, „lauft bei Dampf weiter, sterbt“, „fallt in den  Vulkan und ihr sterbt“) ging die Tour für alle sehr beruhigend los.

Allein schon der erste Eindruck war beeindruckend. Die steinige Landschaft, mit dem überall entweichenden Dampf und den gelben Schwefel Ablagerung, erinnerte mehr an eine Mondlandschaft. Auch der sehr markante Schwefelgeruch lies einen für einen kurzen Moment vergessen, dass man sich wirklich noch in Neuseeland befindet. Mit Bonbons ausgestattet (anscheinend um die Dämpfe dabei zu hindern sich im Hals abzusetzten- könnte aber auch Craigs Versuch gewesen sein alte Halloween Reste loszuwerden) ging es dann los in Richtung des Vulkanes.dsc09910

Ich kam mir schon sehr abenteurlich vor, als wir  mit Gasmaske bewaffnet durch den beißenden Rauch gelaufen sind. Die Sicherheitsanweisungen gingen mir wieder durch den Kopf, als eine dicke Schwefelwolke auf uns zugeschwebt kam – stehen bleiben und probieren cool zu schauen (was ein bisschen durch meine Heulattacke durch die beißende Substanz in meinen Augen verübelt wurde). Vielleicht war der Gedanke wieder ein wenig naiv, aber bei einem aktiven Vulkan hatte ich mir etwas brodelnes Rotes vorgestellt. Vielmehr sah es jedoch aus wie ein angenehmer naturbelassener Pool. Nur die riesigen Rauchschwaden ließen darauf schließen, dass es sich keineswegs um angenehm warme, sonderm um brodelnd heiße Massen handelt.

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Nach den obligatorischen Fotoshootings ging es weiter in Richtung eines „kleinen Flusses“, was aber vielmehr an eine Pfütze erinnerte. Auf gut zureden unseres Guides kamen wir in den Genuss aus 2 verschiednenen Pfützen den Schwefelgeschmack an eigenem Leib zu testen. Craig hat wohl seine Wasserflasche vergessen und hat erstmal ein paar kräftige Schlücke genommen. Die Einschätzungen des Geschmackes waren sehr verschieden, von „Essig“ bis zu „Eisen“ war alles dabei. Besonders die zweite Pfütze war ungenießbar und hat einen doch sehr an den Geschmack von Blut erinnert.

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Viel zu schnell ging es dann von der attraktiven Mondlandschaft wieder auf das Boot des Grauen. Wenigstens bekam ich auf dem Rückweg Gesellschaft und lag nicht allein aphatisch auf dem Boden rum.

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Bungy-Jump

Go big or go home

Das war der erste Spruch mit dem ich auf meiner Suche nach einem Bungyjump konfrontiert wurde. Dementsprechend habe ich dann ganz spontan den höchsten in ganz Ozeanien gebucht. Als ich mich danach auf Youtube erstmals ein bisschen erkundigt hatte, musste ich doch ganz schön schlucken. 134 Meter sahen doch ganz schön viel höher aus, als die üblichen Bungyjumps mit  40 Meter. Aber da es jetzt schon gebucht war, blieb mir nichts anderes mehr übrig als mich auf den Sprung einzustellen (mit der festen Vornahme nicht total hysterisch rumzuschreien wie die Klischee Mädchen auf Youtube)

In Queenstown ging es früh morgens dann los mit Wiegen und dem anschließendem Verdrängen der unangenehmen zweistelligen Zahl. Anschließend wurden wir von einem sehr gut gelaunten Busfahrer („Hoffen wir einfach mal, dass später wieder genausoviele mitfahren und das Seil nicht reißt“) in das Nirgendwo gebracht. Ziemlich schnell wurden wir dann in die Sicherheitsgurte gezwängt und nach draußen geführt wo uns in der Ferne die in der Luft schwebende Plattform, von der wir uns alle waghalsig runterstürzen sollten, präsentiert. Spätestens jetzt sahen alle doch ein bisschen beunruhigt aus und die sehr wackelige Seilbahn zu der Plattform hin war auch nicht wirklich aufheiternd. Das Gefühl an einer plötzlichen Höhenangst erkrankt zu sein überkam mich, was ich aber schnellstens durch rationales Denken wieder über den Haufen geworfen habe.

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Die Zeit schien plötzlich um das dreifache schneller zu gehen. Der Erste sprang, der Applaus war groß. Der Zweite sprang, ich fing an Selfies zur Beruhigung zu machen. Die Dritte sprang, mir wurde der Beingurt angezogen. Und dann lag ich auch schon in dem Stuhl und wurde an das Bungyseil festgeknotet. Für das provisorische Foto, welches man später für eine geradezu freche Summe kaufen konnte, fiel mir auf lauter Schnelle aus unendlich vielen coolen Posen nur das klassische „Daumen nach oben“-Zeichen ein.

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Als ich dann gebeten wurde aufzustehen und zum Rand der Plattform zu laufen (oder viel eher zum Abgrund), kam plötzlich die panische Angst ausversehen runter zu fallen. Sehr ironisch wenn man bedenkt, dass ich das 2 Minuten später auch getan habe. Jedenfalls konnte ich mich nur noch in Milimeter Schritten vorbewegen und hab mich panisch an den sehr genervten Mitarbeiter geklammert. Als ich dann das erste Mal nach unten geblickt habe, kam dieser überwältige Gedanke, dass ich unmöglich springen kann. 3, Dein ganzer Körper und dein natürlicher Überlebenssinn teilt dir mit, dass du verrückt bist und dich unmöglich ohne Grund in das Nichts stürzen kannst. 2, Deine Beine fühlen sich plötzlich wie am Boden angeklebt an und du hast das Gefühl dich um keinen Zentimeter mehr Bewegen zu können. 1, Die einzige Möglichkeit ist nun sich gegen die Logik aufzulehnen, die Gedanken abzuschalten und sich in das Nichts fallen zu lassen. BUNGY, und dann hatte ich mich schon abgedrückt und bin gesprungen. Ich muss gestehen, dass ich die Augen am Anfang zu hatte, aber das hat nichts von dem unbeschreiblichen Gefühl genommen im Nichts zu schweben.

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Es ist als ob man für einen Moment schwerelos ist und alles in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit vorbeirauscht. Bis man dann plötzlich unten ankommt, die Augen wieder aufmacht und das Gefühl allein über einen Fluss zu schweben über einen hineinströmt. Viel zu schnell  wurde ich wieder nach oben gezogen, aber vollgepumpt mit Adrenalin, dem wahnsinnig guten Gefühl über seine eigenen Grenzen gegangen zu sein, der Erinnerung an das Schwerlossein, hatte ich den ganzen Tag ein riesiges Lächeln auf dem Gesicht.

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Maori Village – Review

Ort: Rotorua; Preis: 90 $

Ein Maori Dorf zu besichtigen und ein traditionelles Hangi zu Essen stand schon von Anfang an auf meiner Bucket Liste. Als wir dann noch ein ermäßigtes Angebot gefunden haben war die Euphorie groß. Gebucht haben wir das Tamaki Maori Village Evening Programm. Der erste Eindruck von dem Dorf war sehr beeindruckend. Geschnitzte Holzverziehrungen, dramatisch beleuchtende Skulpturen und fremdklingende Musik begleitete uns durch den Eingang. Die positive Erscheinung wurde jedoch schnell durch den Anblick der riesigen Menschenmasse getrübt. Vielleicht war der Gedanke ein bisschen naiv,aber ich hatte echt auf kleinere Gruppen gehofft um einen privateren Einblick in das Leben der Maori zu bekommen.

Wir wurden dann auf verschiedene Stationen aufgeteilt und konnten nach ungefähr 5 Minuten zu der nächsten Station gehen, was ein bisschen an den Sport Unterricht der Schule erinnert hat. An den verschiedenen Stationen haben immer 1-2 Maoris aus verschiedenen Bereichen ihres Lebens erzählt. So hat man zum Beispiel traditionelle Spiele kennen gelernt und die Bedeutung ihrer Tattos. Diese fand ich sehr beeindruckend, da sie sich über den ganzen Körper erstreckt haben, das Gesicht mit eingeschlossen.

Anschließend wurden wir wie Schafe von den Maoris zu dem Zubereitungsort unseres Hangi gescheucht. Die Kartoffeln und das Fleisch wurden dort unter der Erde auf heißen Steinen verbuddelt und  für zirka 5 Stunden gegarrt. Mit viel Dramatik wurde das Essen dann ausgebuddelt und den hungrigen Touristen gezeigt. Um das Essen zuzubereiten (oder gegen anderes auszutauschen) wurden wir in eine Halle geführt und haben uns dort traditionelle Tänze und Lieder der Maori angeschaut. Dabei waren vor allem die Grimassen, wie z.B. die Zunge herausstrecken auffällig.

Voller Angst nicht genug zu Essen zu bekommen, ging es dann in den Speisesaal, der wieder wie ein ganz moderner Raum aussah. Das Buffet war riesig und das Essen sehr lecker. Die Kartoffeln und das Fleisch von dem Hangi haben ein bisschen nach Rauch geschmeckt, eigenartig aber auch gut. Außerdem gab es als Nachspeiße Pavlova, was ein sehr bekanntes und leckeres neuseeländisches Dessert ist. Leider hatte man nicht viel Zeit zum Essen, da der ganze Abend einem strengen Zeitplan unterlegen war.

Zusammenfassend muss ich gestehen, dass ich eher enttäuscht wurde. Vielleicht bin ich auch mit den falschen Erwartungen reingegangen, aber mich hat das ganze Programm mehr an eine Entertainment Show im Ferienhotel, als an einen realistischen Einblick in das Leben der Maori erinnert. Die Kulisse und das Aussehen der Maori, besonders die Tattos waren sehr beeindruckend, das Essen wirklich lecker, aber ob das alles  90 $ wert war, ist anzweifelbar. Trotzdem würde ich niemanden davon abraten ein Maori Dorf zu besuchen oder ein traditionelles Hangi zu Essen, weil es zu der ganzen Neuseeländischen Erfahrung dazu gehört. Allerding würde ich nach einem deutlich billigeren Angebot suchen.

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Rotorua – Warum man trotz des Gestankes viel Erleben kann 

Der erste Eindruck den ich von Rororua bekommen habe war ein beißender, nach verfaulten Eier stinkender Geruch. Wenn man aber über den Schwefelwasserstoffgeruch hinweg sieht, bietet Rotorua viele abwechslungsreiche Aktivitäten an. Vor allem kann man einiges auch bei schlechterem Wetter machen, welches wir durchaus hatten.

Schlafen

Wir haben im YMCA übernachtet, welches mit 24 $ für ein 6er Zimmer durchaus zu den billigeren YMCAs gehört. Die Küche war groß und sauber, es hat nur an manchen Küchengeräten gemangelt. Ansonsten war alles sauber und das Personal war sehr freundlich. Für den geringen Preis auf jeden Fall empfehlenswert.

 

Aktivitäten

Maori Village

Wir haben für 90 $ das Tamaki Maori Village Evening Programm gebucht. Mit inbegriffen waren eine Dorfbesichtigung und ein traditionelles Hangi. Leider wurde ich von dem Abend ein bisschen enttäuscht. Die Kulisse, das Erscheinungsbild der Maori mit ihren Tattos und das Essen war zwar sehr lecker, aber alles war mehr auf ein Entertainment Programm ausgelegt, als einen wirklichen und realistischen Einblick in das Leben der Maori zu bekommen. Trotzdem würde ich niemanden davon abraten ein Maori Dorf zu besichtigen und ein Hangi zu essen, aber zu einem deutlich billigeren Preis. Ausführlicher könnt ihr den Abend auch hier nachlesen: https://traveldear.wordpress.com/2016/09/27/maori-village-review/

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Redwood Forest

Sehr empfehlen kann ich den Redwood Forest. Dieser liegt etwa 10 Minuten außerhalb von dem Stadtzentrum und man kann dort viele kleiner Wanderungen machen. Da man die meiste Zeit von dem Bäumen geschützt wird, kann man hier auch gut bei leichtem Regen laufen. Wir haben uns für eine 1 stündige Wanderung entschieden und sind dabei an vielen schönen Stellen vorbeigekommen.

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Te Puia Park

Der Te Puia Park gehört mit 45 $ wieder zu den etwas teuerern Aktivitäten in Rotorua. Das Angebot klang jedoch vielverlockend. Viele verschiedene Geysere, Mudpools und ein Kiwi Haus. Da Kiwis nachtaktiv sind, hat man dementsprechend nur die Silhouetten der Kiwis gesehen. Ich fande es trotzdem sehr interessant, da ich mir die Kiwis ungefähr 4 Mal kleiner vorgestellt habe, als sie wirklich sind. Die Geysere und Mudpools, welche über den ganzen Park verteilt waren, hatte alle unterschiedliche Größen. Der absolute Höhepunkt ist dabei der Pohutu Geyser, welches der Größte in Ozeanien ist. Man kann sich wieder darum streiten, ob der Park wirklich 45 $ wert war, mir hat der Nachmittag aber sehr gefallen. Und für alle die sich über einen kostenlosen Parkeintritt freuen, wir haben uns ein bisschen verirrt und entdeckt das man durch den Hintereingang umsonst reinkommt;)

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Hot Pools

Ein  Must-To-Do in Rotorua ist der Besuch einer der vielen, kostenlosen Hot Pools. Da diese doch ziemlich warm sind, ist es vor allem im Winter oder an kälteren Tagen zu empfehlen. Der Weg zu dem Hotpool war jedoch von vielen Schlaglöchern geprägt und der verzweifelte Versuch ihnen auszuweichen, hat an ein schlechtes Computerspiel erinnert. Das Baden an sich hat sehr viel Spaß gemacht, aber eine Dusche danach ist sehr zu empfehlen.

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